„Nein“ heißt nicht „Ja, vielleicht“

 Grenzen setzen und Grenzen akzeptieren

Klein Kristin spielt selig mit ihrer Puppe, sie füttert sie, sie zieht sie an und wieder aus, sie spricht mit ihr, gibt ihr Streicheleinheiten, sie ist ganz vertieft in dieses schöne Rollenspiel. Plötzlich kommt Cindy aus der Bastelgruppe, nimmt ihr die Puppe aus dem Arm und fordert sie auf, nun mit ihr nach ihren Spielregeln zu spielen. Kristin läßt es sich gefallen.
Aus Angst vor Ablehnung oder Streit sagt sie lieber nichts und fügt sich den Wünschen von Cindy.
Kristin muß lernen, ihre eigenen Grenzen zu erkennen und zu zeigen, damit sie nicht ausgenutzt wird und Opfer solcher „Übergriffe“ bleibt.

Im täglichen Umgang mit Menschen, gerade in einer großen Stadt wie Berlin, kommt es immer wieder zu übergriffigen (Erzwingen von sozialer Interaktion) Situationen, die nervend sein können.
Jeder von uns  hat  eine  persönliche Distanzzone, diese umfasst etwa den Radius einer Armlänge. Näher lassen wir nur Menschen, die uns nahe stehen. Distanzlose Kinder oder Erwachsene missachten dieses persönliche Revier, indem sie uns zu nahe auf den Leib rücken, vielleicht mit indiskreten Fragen aber auch mit Gesten, Blicken oder eben Handlungen und säen damit Aggressionen oder Resignation.

Eine klare Kommunikation ist dann von Vorteil.
Mit einem rechtzeitigen „Nein“  oder „Stop“ wird dem Gegenüber eine Grenze gesetzt, die dieser oft zunächst nicht akzeptieren möchte. Es gehört Mut dazu, bei dem „Nein“ zu bleiben.
Es erfordert sensibles und intelligentes Verhalten. Man kann nie früh genug damit anfangen, dieses Verhalten zu lernen und zu trainieren.
Sobald Kinder  gelernt haben, ihre  Wünsche zu erkennen und diese deutlich zu formulieren, kann an der Umsetzung „gefeilt“ werden. Um andere nicht zu kränken oder zu sehr zu enttäuschen, darf ein „Nein“ abgemildert werden. Am Geschicktesten ist es, die jeweilige Absage so zu begründen, dass der andere sich nicht persönlich abgelehnt fühlt. Je sozial intelligenter und sensibler ein Kind ist, desto besser gelingt ihm dies.

Bei Tieren kann man sehr gut beobachten, wie z. B. ein Hund seinem Gegenüber körpersprachlich klar signalisiert, „Stop, ich möchte keinen Kontakt“.
Hunde haben auch eine Individualdistanz , welche von Fremden nicht einfach so unterschritten werden darf. Tun sie dies doch, kommt es zum Abwehrverhalten.
Dann wird geknurrt, gebellt, gedroht. Insbesondere wenn der andere Hund dabei aufdringlich ist und ein „Nein“ nicht akzeptiert.

 

 

 

 

 

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Einfach nur unkonzentriert oder liegt es an der selektiven Aufmerksamkeit ?

Wenn Kinder unkonzentriert sind, vergeßlich oder motorisch unruhig, dann kann das  viele Ursachen haben.
Sie  langweilen sich und sind nicht konzentriert, wenn die Aufgaben zu schwer oder zu leicht sind. Hat das Kind nicht ausreichend geschlafen, so hängt es vielleicht müde auf der Schulbank und konzentriert sich nicht oder liegt es doch an der Daueraufmerksamkeitsspanne.
Mit der Aufmerksamkeitsdiagnostik „The Test of Everyday Attention for Children“ können folgende Bereiche getestet werden.

  • Erfassung der selektiven Aufmerksamkeit,
  • der Daueraufmerksamkeit,
  • der geteilten Aufmerksamkeit,
  • sowie die Aufmerksamkeitskontrolle und Reaktionshemmung

Der Test ist für Kinder von 6.0 – 15.11 normiert. Er ist ein Individualtest, der eine Abschätzung von verschiedenen Aufmerksamkeitsvariabeln ermöglicht.

Präsent sein, Innehalten, loslassen

Unser Motte in der nächsten Woche lautet „Loslassen“.

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Gedankliche Abwertungen wie „Das kann ich nicht“,  „Immer bin ich schuld“,
„Das schaffe ich sowieso nicht“ oder gar „Ich kann gar nichts“ sind leider keine positiven Lebensbegleiter. Unsere Gedanken sind elektrische Impulse, die ganze Kettenreaktionen in unserem Gehirn auslösen können.

Festhalten an alten Verhaltensmustern, Verletzungen, Gedanken, Vorwürfen, Fehlern , Worten, Geschehnissen oder an Menschen, die uns nicht gut tun, macht keinen Sinn.IMG_8756
Durch die Wahl unserer Gedanken können wir unser Bewusstsein tatsächlich verändern.
Mit Hilfe von Achtsamkeitsübungen können wir uns von alten Mustern oder Gedanken verabschieden und uns neue Werte und Eigenschaften aneignen.

Sensible Menschen – starke Leistungsträger

Je schneller, komplexer und reizintensiver das Leben zwischen Schule, Beruf, Familie und privaten Verpflichtungen wird, umso öfter stoßen hochsensible Menschen an ihre Grenzen.
Hochsensible Kinder und auch Erwachsene haben extrem feine Antennen für ihre Umgebung und erleben daher schnell eine Reiz-Überflutung. Das löst bei besonders sensiblen Kindern puren Stress aus – sie reagieren mit Angst, Wut oder Abschottung.

HSP (HochSensitivPerson) nehmen Reize quantitativ und qualitativ intensiver wahr, verarbeiten Erlebtes gründlicher und brauchen durch diese intensive Reizverarbeitung Rückzugsräume. Es handelt sich bei dem Phänomen nicht um eine Krankheit, sondern um ein Temperament.

Schlüssel zum Potential

Denn HSP, die gut auf sich und ihre Bedürfnisse achten, können ihr ganzes Potenzial entfalten und ihre wichtigen Stärken nutzen und in Schule, Beruf und Gesellschaft einbringen. Dazu gehören z. B. Empathie, Intuition, soziales Verständnis, Kreativität, Gewissenhaftigkeit, vernetztes Denken und Lösungskompetenz. HSP spüren bereits wenn sie in einen Raum kommen, wie die Stimmung ist und nehmen wahr, wie es einzelnen Personen geht. Durch die vielen intensiven Reize, die hochsensible Menschen tagtäglich verarbeiten, sind sie gewohnt Informationen schnell zu verarbeiten und zu vernetzen. Werte, Ethik und Sinnhaftigkeit sind ihnen wichtig und so können sie wichtige Impulse in Wirtschaft und Gesellschaft geben.

quelle:http://www.etain-corporate-health.de/de/hochsensibilitaet.html

Der HSP-Test

http://www.hochsensibel-test.de/

 

Stöcke in Szene setzen

Dinge zu sammeln, ist für Kinder ein immer wiederkehrendes Vergnügen und lässt auch viele Erwachsene nicht los. Sie sammeln Steine, Blätter, Spielgegenstände, Fotos, Aufkleber, Postkarten, Überraschungseierfiguren,  u.v.m.
Hierbei werden sinnliche Prozesse der visuellen und taktilen Wahrnehmung zu kognitiven Handlungen des Interpretierens.

Das Sammelfieber wird von unserem menschlichen Belohnungssystem ausgelöst, und hat es einen erwischt, dann kann die Sammelleidenschaft grenzenlos sein.

Aber was tun mit all den so schönen Mitbringels Z. B. mit den vielen Stöcken vom Waldspaziergang?

 

 

 

Der Kreativität sind da auch keine Grenzen gesetzt, viel Spass beim ausprobieren.

 

 

 

 

Des einen Freud des anderen Leid

K. 10 Jahre alt, kommt wie jeden Mittwoch 16 Uhr in die Praxis zur Ergotherapie. Sie kommt zur Tür rein und wird von Senta unserer Therapiehündin herzlichst und freudig begrüßt. Bei diesem Anblick geht einem wirklich das Herz auf, Kind und Hund in großer Freude. Es wird geschmußt und gedrückt, als gebe es kein morgen. K. kennt den Hund seit 1 Jahr und zwischen den beiden ist eine Freundschaft entstanden.
Dem Hund ist egal ob K. heute in dhund-100~_v-gseagaleriexler Matheklausur eine 5 geschrieben hat, es ist ein bedingungsloses Annehemen und es sind Momente der Unbeschwertheit trotz des Streßes, den die Kinder heute  im Alltag haben. K. strahlt übers ganze Gesicht und ich weiß,  wir werden eine schöne Stunde zusammen haben.

Gleicher Ort, gleiche Zeit, die 4 jährige S. sitzt seelig ausmalend neben dieser Begrüßungsszene und als sie den Hund realisiert, fängt sie plötzlich an zu brüllen, verfällt in eine Panik und schreit um Hilfe, obwohl sie der Hund nicht berührt hat. Die Mutter versucht sie zu beruhigen aber nur das Verlassen des Warteraumes kann  das Kind besänftigen. Auch Senta schaut mich verwirrt an und ihr ist das Geschrei gar nicht geheuer. Als Hundebesitzer versuche ich sie in solchen Situationen zu beschützen.

Wie kommt es zu solch unterschiedlichen Verhaltensweisen von Kindern Hunden gegenüber?

Freude, Panikattacken oder nur eine Hundescheu?
Kinder die sich sicher, herzlich  und unkompliziert einem Hund nähern könne, haben meist gute Erfahrungen im Umgang mit Hunden gemacht und wirken stabil.In Ihrer Persönlichkeitsentwicklung findet man wenig oder keine Störungen bezüglich Bindungen.
In den allermeisten Fällen ist die Scheu vor Hunden eine vorübergehende Phase, eine sogenannte Entwicklungsangst, die vorwiegend im Vorschulalter bis zum frühen Grundschulalter auftritt. Sie hört von allein wieder auf, und zwar umso schneller, je mehr die Kinder über das für sie oft unbekannte Wesen erfahren. Hundespiele mit und ohne Hund können helfen, Hunde und ihr Verhalten zu verstehen. Besuche bei Freunden mit einem kinderlieben Hund bauen ungerechtfertigte Ängste ab. Je mehr Kinder über die Tiere wissen und positive Erfahrungen gemacht haben, desto besser und sicherer fühlen sie sich.
Wenn Kinder sich vor Hunden fürchten, kann das oft auch am Verhalten der Eltern liegen.Sätzen wie: „Sei vorsichtig. Geh zur Seite! Wir wissen nicht, ob der beißt.“ Hundeangst ist ein weit verbreitetes Phänomen bei Kindern – und bei ihren Eltern. Oder umgekehrt: Weil die Eltern Angst haben, fürchten sich auch die Kinder. Manche Eltern fühlen sich im Kontakt mit Vierbeinern unwohl, vielleicht weil sie keine Erfahrungen mit Tieren und ihrem Verhalten gemacht hat

Angst entsteht zunächst über eine klassische Konditionierung

Durch die Kopplung eines neutralen Reizes mit einem schmerzhaften oder erschreckenden Ereignis wird dieser neutrale Reiz zum Auslösereiz für die Angstreaktion.Stabil wird die Angst durch zusätzliche operante Komponenten.

Angst kann auch allein durch Beobachten gelernt werden

Sind die Eltern das Modell, spielt die sprachliche Vermittlung eine wichtige Rolle, wie beispielsweise die Schilderung eines bedrohlichen Ereignisses.

Sind die Kinder mit Hundeangst im Alltag eingeschränkt, muss die Hundeangst behandelt werden.

Wünschen Sie ein Therapie, dann sprechen Sie uns an!

Zuerst vermitteln wir Wissen über Hunde. In diesem theoretischen Teil lernt das Kind die Kommunikation mit dem Hund. Wir erklären die Körpersprache und lernen Hunderegeln im Umgang mit ihnen kennen. Dann lernen die Kinder, ihre Angst zu bewältigen. Wir spielen Hundememory und lernen die Anatomie sowie Charaktere verschiedener Hunderassen kennen.Praktisch versuchen wir vorsichtig  positve Interaktionen mit unserer Hündin herzustellen, um so Vertrauen aufzubauen.

 

 

„Im Flow sein“- der glückliche Zustand bei einem Schaffens- oder Tätigkeitsrausch

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Wenn es fließt, dann fließt es.

Der Flow ist  ein beglückendes erlebtes Gefühl eines mentalen Zustandes völliger Vertiefung und restlosen Aufgehens in einer Tätigkeit, die wie von selbst vor sich geht. Wir sind nicht unterfordert oder nicht überfordert. Das heißt wir haben weder Angst noch sind wir gelangweilt.

Wenn wir im Flow-Erleben sind, befindet sich die Schwierigkeit der Aufgabe und die Lösungskompetenz im Gleichgewicht. Es ist als existiert die Außenwelt nicht, denn Handeln und Bewusstsein verschmelzen miteinander.
Wir befinden uns dann im Hier und Jetzt, es bedarf kein Loben von außen, unsere Tätigkeit ist selbstbelohnend, denn die  Herausforderung einer außerordentlichen Tätigkeit bewirkt eine intensive Ausschüttung von Glückshormonen.

Kinder die in ein Spiel vertieft sind, hören das Rufen der Mutter nicht. Viele Kinder kommen beim Lego bauen in diesen Zustand. Die Mutter berichtet:“ Carl Leo kann sich dann völlig konzentrieren und ist vertieft ins Zusammenstecken der Bauelemente, aber in der Schule bemängelt die Lehrerin fehlende Konzentration und es gibt Lernschwierigkeiten.“

Die Tätigkeit “ Lego bauen“ wird dann der Tätigkeit wegen ausgeführt (z. B. wegen des guten Gefühls, weil es Spaß macht) und nicht wegen potenzieller Folgen. Eine Tätigkeit, die man wegen potenzieller Folgen ausführt (z. B. bessere Noten, mehr Ansehen bei den Eltern oder Lehrern …) ist den Folgeanreizen zuzuordnen.

Der Grund für Lernschwierigkeiten ist oft, dass Kinder überfordert oder unterfordert ist. In einer Klasse mit 23 Kindern bringt jedes Kind andere Fähigkeiten und Fertigkeiten mit. Die Wahl der falschen Aufgabenschwierigkeit, also keine Übereinstimmung zwischen Aufgabenschwierigkeit und Fähigkeit, ist hinderlich für das Auftreten eines Flows.
Um eine Balance zwischen schulischen Herausforderungen und Freizeit herzustellen, holt man sich den Flow Z.B. bei Sportarten, die man beherrscht und in denen man „aufgeht“.
Zum Beispiel beim Klettern, Ski fahren, joggen oder Funsportarten.

Auch Tanzen kommt eine besondere Bedeutung als Flow-Aktivität zu, da „Tanzen vermutlich die älteste und bedeutsamste Aktivität ist, sowohl aufgrund seiner weltweiten Anziehungskraft als auch wegen seiner potenziellen Komplexität.
Auch beim Musizieren, Malen, oder freudvollen Spielen kann ein Mensch einen intensiven Flow erleben.

Mit jedem einzelnen der menschlichen Sinne lässt sich Flow erleben.
Voraussetzung zum Eintreten in den Flowzustand ist zuvor die Bereitschaft, auf die oftmals anzutreffende, grundsätzlich skeptische Distanz zum Erlebten verzichten zu wollen, sich also einem möglichen Erleben ganz zu öffnen:

  • beim Fühlen
  • beim Hören
  • beim Riechen und Schmecken
  • und beim Sehen

Entscheidend ist die Kombination

  1. von voriger Aktivität (Anstrengungen – was unternommen und aufgewendet wurde, um nun Flow erleben zu dürfen) und
  2. von Passivität (sich dann überraschen zu lassen von Flow).

 

 

Schwimmen reguliert schwachen Muskeltonus

Schwimmen stärkt den ganzen Körper und trainiert den Muskeltonus

Ab wann kann mein Kind schwimmen lernen?

Grundsätzlich sind die dafür erforderlichen koordinativen Fähigkeiten etwa ab dem vierten bis fünften Lebensjahr vorhanden. Ein Indikator dafür kann sein, wenn das Kind schon ohne Stützräder Radfahren kann. Die erste Bewegungsart, die im Wasser funktionieren wird, ist das Kraulen, da dieses noch keine bewusste Atmung wie beim Brustschwimmen erfordert. Das Rückenschwimmen sollte nach erfolgreichem Brustschwimmen erlernt werden.
Im Kindergartenalter sollten Kinder daher nur mit Schwimmhilfen und unter erwachsener Beaufsichtigung ins maximal knietiefe Wasser gelassen werden. Den Spaß am Wasser kann man den Kleinen sehr gut mit diversen Wasserspielsachen vermitteln: Siebe, Kübelchen, Gießkannen, Wasserball, aufblasbare Schwimmtiere und Co. helfen schon früh, das Schwimmengehen zu einem positiv besetzten Erlebnis werden zu lassen.

Leider haben wir einen derzeitigen Fachkräftemangel bei Schwimmmeistern, so daß die Eltern gefragt sind und versuchen sollten, erste Schwimmübungen mit dem Kind zu trainieren.Wer selbst gut schwimmen kann und nicht ungeduldig ist, kann dem Kind das Schwimmen ohne Weiteres selbst beibringen.

Schwimmen reguliert die Körperspannung

Was ist eigentlich Körperspannung oder Muskeltonus?

Körperspannung lässt sich mit Muskelspannung übersetzen.
Für einen ausgeglichenen Bewegungsablauf sind Tonussteigerung und Tonussenkung gleichermaßen wichtig. Grob lässt sich sagen, dass schnelle und kräftige Bewegungen tonussteigernd wirken, wie z.B auf einem Airtramp hüpfen und eine Kissenschlacht veranstalten. Langsame, behutsame und bewusste Bewegungen (vom Kind ausgehend) hingegen wirken tonussenkend, wie Eurythmie.

Woran erkenne ich einen Hypotonus?Der Tonus ist zu niedrig = Hypotonie
Dies fällt oft auf durch:

  1. Überbeweglichkeit
  2. Plumpes Gangbild
  3. Kraftlosigkeit
  4. Grobmotorik (GM)
  5. Feinmotorik (FM)

70 % der hypotonen Kinder haben Schwierigkeiten mit der Regulierung des Gleichgewichts.
90% aller ADHS- Kinder sind hypoton.

Nähere Beschreibung der einzelnen oben aufgezählten Punkte:

  1. Überbeweglichkeit – Die Kinder drücken im Stehen die Knie, nach hinten durch.Ellbogen, Handgelenk und Finger sind auch gut überdehnbar. Knick-, Senk- oder Plattfüße sowie Haltungsschwächen in der Wirbelsäule sind oft zu beobachten. Auf dem Boden sitzen die Kinder gerne mit Rundrücken im Zwischenfersensitz (Najadensitz) um ihre Sitzstabilität zu erhöhen.
  2. Plumpes Gangbild – Das Rennen ist schwerfällig und langsam. Die Kinder können nicht leise und elastisch auftreten und nur schlecht und mühsam auf einem Bein hüpfen. Flüssige Bewegungsübergänge werden nur selten durchgeführt. Gehen sie in die Hocke, neigen sie dazu nach hinten zu fallen, anstatt in der Hocke verharren.
  3. Kraftlosigkeit – Alle Bewegungen, die Schwung und Kraft erfordern, sind fast unmöglich. Beispiele: Einen Ball kräftig werfen oder die Treppen hinaufrennen.Einen knäftigen Händedruck, Zähneputzen, Brotschmieren, malen…
  4. Grobmotorik (GM) – Kommen die Kinder aus dem Gleichgewicht, erfolgt eine nicht ausreichend angepasste Ausgleichsbewegung – die Stützreaktion fehlt, d.h. die Reaktion ist verzögert oder zu schwach. Z.B. rechtzeitiges Auffangen mit Händen während des Hinfallends. Die Körperkoordination, welche man z.B zum Schwimmen und dem Hampelmann braucht, ist recht scglecht und mühsam.
  5. Feinmotorik (FM) – Die richtige Stifthaltung (3-P.-Griff) ist schwer, da es beim Malen und Schreiben einen exakt angepassten Muskeltonus verlangt. Um genug Kraft aufzubauen, heben sie das Handgelenk von der Unterlage. Durch die verkrampfte Schreibstellung ist das schwungvolle malen oder schreiben nicht, oder nur schlecht, möglich.

Als Folge werden Kinder oft als faul oder antriebsarm erlebt, obwohl einfach nur die Anstrengungsbereitschaft herabgesetzt ist, weil sie bisher schlechte Erfahrungen gemacht haben. Die Kinger sind oft ängstlich und übervorsichtig und versuchen weitgehend Bewegung zu vermeiden.

Fazit:

Vermeidungsverhalten → Mangelnde Anstrengungsbereitschaft → Motorische und Allgemeine Entwicklungsverzögerung!

Woran erkenne ich einen Hypertonus?

Der Tonus ist zu hoch = Hypertonie
Die Kinder wirken verkrampft und in ihren Bewegungen unharmonisch.
Hypertonus zeigt sich in

  1. eingeschränkter Beweglichkeit
  2. GM (Schwierigkeiten sind bei allen schnellen und dynamischen Bewegungen wie Rennen, Hüpfen, Ballspielen,Fangenspielen zu sehen. Der Wechsel zwischen Anspannung/Entspannung ist wohl sehr schwer zu dosieren. Lockere Bewegungen sind sehr schwer auszuführen.)
  3. FM (Schreiben erfolgt nicht aus dem Hand- und Fingergelenk, sondern aus dem Schultergelenk. Schnelle Ermüdung und Unlust sind die Folge.)

 

Welche Sinnessystemebeeinflussenden Tonus beziehungsweise sorgen für eine angemessene Körperspannung?

Das „Wissen über unseren Körper“ erhalten wir über die Sinnesreize des

  • propriozeptiven-,
  • taktilen epikritischen-, und
  • vestibulären Systems.
Quelle“Was ist los mit meinem Kind? Bewegungsauffälligkeiten bei Kindern (Taschenbuch)“
von Sabine Pauli (Autor), Andrea Kisch (Autor)

 

 

Such!

Im Hinblick auf die Förderung der feinmotorischen Kompetenz z.B. eines Kindes, ist die Auge-Hand-Koordination ein sehr wesentlicher Aspekt. Die Augen-Hand-Koordination ist eine komplexe kognitive Fähigkeit, da hierbei visuelle und motorische Kapazitäten gleichzeitig benötigt werden, um die Hand durch visuelle Stimulation, die von den Augen aufgenommen wird, zu leiten. Die Augen-Hand-Koordination ist insbesondere in der Entwicklung von Kindern und für den schulischen Erfolg von großer Wichtigkeit, doch auch im Erwachsenenleben ist diese Fähigkeit bei zahlreichen alltäglichen Aktivitäten unabdingbar.

Jede Veränderung des visuellen oder motorischen Systems kann die Augen-Hand-Koordination signifikant beeinträchtigen, so zum Beispiel visuelle oder muskuläre Probleme wie Muskelhypotonie, Gleichgewichtsprobleme oder gekreuzte Lateralität. Eine Gehirnverletzung in den motorischen Regionen (oder damit in Zusammenhang stehenden Gehirnbereichen) oder den Wahrnehmungsbereichen kann ebenfalls zu Problemen bei der Augen-Hand-Koordination führen.

Eine schwache Augen-Hand-Koordination kann verschiedenste Aktivitäten beeinträchtigen, was zu Entwicklungsstörungen, Lernschwierigkeiten (Lernprobleme beim Lesen und Schreiben oder Probleme bei sportlichen Aktivitäten) in der Schule (Fehler beim Mitschreiben, schlechte Handschrift, Aufmerksamkeitsprobleme), führen kann.

Wie kann man die Auge-Hand-Koordination verbessern oder wieder her stellen

Kugelbahn

Es können Kugeln auf einer Murmelbahn verfolgt werden, dabei wird das Kinde auf gefordert, die Kugeln auf ein Signal hin zu stoppen.

Suchbilder
Das Kind sucht bestimmte Details auf visuellen Vorlagen. Dies ist eine gute Koordinationsübung für die Augen.Diese Aufgabe stellt zusätzliche Anforderungen an die visuellen Möglichkeiten des Kindes im Zusammenhang mit der Figur-Grund-Wahrnehmung

Ballsportarten
Klassische Mannschaftssportarten wie Basketball, Handball und Volleyball oder Rückschlagspiele wie Tischtennis, Squash, Badminton und Tennis schulen durch jeden Ballkontakt die Auge-Hand-Koordination der Spieler. Auch weniger bewegungsintensive Ballsportarten wie Boccia oder Boule eignen sich optimal als Trainingsmöglichkeit.

Ballspiele
Ballspiele mit der Anforderung des Fangen und Werfens sind eine weitere Möglichkeit und erfordern weder Spielfeld noch Mannschaften. Allein das gegenseitige Zuwerfen eines Balles oder das Werfen auf Ziele trainiert die Auge-Hand-Koordination.

Jonglieren
Jonglieren ist eine beliebte Bewegungsaufgabe zur Schulung der Auge-Hand-Koordination, da sich der Bewegungsablauf nur aus Werfen und Fangen zusammen setzt. Allein das Erlernen einer flüssigen 3-Ball-Jonglage schlägt sich in deutlichen koordinativen Verbesserungen nieder.

Viel Spass beim Training!

Entdecken * Fühlen * Sprechen

Für die kleine Hannah, 5 Jahre alt, ist der Alltag derzeit kein Zuckerschlecken.Sie besucht 5 mal die Woche einen Kindergarten.
Seit ein paar Tagen fühlt sie sich nicht wohl. Nur kann sie dies nicht wie andere Kinder einfach sagen, sondern zeigt dies auf ihre ganz eigene Art.

Hannah ist eines von den Kindern, die aufgrund von hyperkinetischen Störungen im Sozialverhalten und durch Sprachstörungen, im Kindergarten und auch im täglichen Umfeld vermehrt negativ auffallen. Oftmals wird ihr “böser Wille” oder eine mangelnde Erziehung unterstellt. Was viele nicht wissen, dass genau dies nicht der Fall ist. Die Eltern kümmern sich gut und sind gewillt, jeden therapeutischen Rat umzusetzen, was auch im familiären Bereich gut funktioniert. Doch in der Kita hat Hannah das Problem immernoch.

Viele Erzieher sind bestrebt, sich im pädagogischen Bereich und teilweise auch im psychologischen Bereich immer auf dem neuesten Stand zu halten. Sie besuchen Weiterbildungen und Seminare und lernen gute und effektive Strategien, den Kindergartenalltag sinnvoll zu gestalten. Bis ein Kind wie Hannah auftaucht. In solchen Fällen ist es enorm wichtig, dass alle Fachleute, wie Erzieher, Logopäden und Ergotherapeuten, aber auch die Eltern eine transparente Kommunikation führen und Hand in Hand arbeiten. Denn so wie ein Ergotherapeut nur ansatzweise die Sprachheilförderung übernehmen kann, so fehlt auch einem Erzieher oftmals das psychologische Wissen vieler medizinischer Diagnosen.Demzufolge helfen erzieherische Maßnahmen wie Spielverbot oder Auszeiten nur bedingt.Vielmehr kann aber in solch einem Fall der Ergotherapeut nützliche Hilfestellungen geben, um somit den Alltag von Hannah, aber auch von den Erziehern und den anderen Kindern, wieder entspannter zu gestalten. Denn eins ist Fakt: Steckt unsere kleine Hannah erstmal in der “Stigmatisierungsschlaufe”, kommt sie hier nur schwer wieder heraus. Denn die Folgen können für solche Kinder noch Jahre später gravierend sein.