Echte Genies sind ganz entspannt Diagnose: Hochbegabt

Begabung ist keine Krankheit, sondern ein Geschenk für das Kind, für die Familie und für die ganze Gesellschaft.Hochbegabte Kinder sind keine „besseren“ Kinder.Sie brauchen aber, um sich harmonisch und glücklich entwickeln zu können – genau wie jedes andere Kind auch – eine Förderung, die ihren Bedürfmissen gerecht werden.

Hochbegabte müssen das Ausblenden von Reizen lernen

Ist die Hochbegabung nicht bekannt oder wird nicht darauf eingegangen, kann das in der Schulzeit zu Problemen wie häufiger Schulwechsel, Mobbing und Konflikten mit den Lehrern führen. Trotz guter Noten werden Desinteresse im Unterricht oder auffälliges Verhalten kritisiert. Manche Kinder sind so unruhig, dass voreilig die Diagnose ADHS gestellt wird. Viele haben einen langen Leidensweg von einer Therapie zur anderen hinter sich.
Betrachtet man die Persönlichkeitsmerkmale Hochbegabter, findet man eine Vielfalt

Beschreibungen. Die Palette erstreckt sich von leistungsexzellenten, hoch motivierten, sozial gut integrierten Schülern über relativ unauffällige Hochbegabte im mittleren Leistungsbereich ohne hervorstechende Merkmale bis hin zu sozial isolierten Kindern und Jugendlichen, die wenig Selbstvertrauen zeigen, schulische Anforderungen ablehnen oder gar die Schule verweigern. Es können unbewusste Verhaltensmuster wie Nagelkauen, Stampfen mit den Füßen oder Reiben mit den Händen entstehen. Das Gehirn arbeitet ständig auf Hochtouren, die Spannung muss sich motorisch, körperlich oder emotional entladen. Viele Kinder sind zudem sehr hör- und geruchsempfindlich. Diese Kinder müssen das Ausblenden erst mal lernen.
Die große Heterogenität in der Gruppe Hochbegabter demonstriert, dass es den Hochbegabten eigentlich nicht geben kann.
Bezüglich nicht-kognitiver Merkmale unterscheiden sich Hochbegabte sehr stark voneinander: manche erscheinen ängstlich, mutlos, schlecht organisiert, andere sind fröhlich, ausgeglichen und zielstrebig, manche treten überheblich, provozierend und besserwisserisch auf, andere gelten als zuverlässige Partner für Gleichaltrige und Erwachsene, vermitteln in der Gruppe oder wirken ausgleichend bei Konflikten. Es fällt also sehr schwer, bezüglich der nichtkognitiven Merkmale und auch bezüglich der sozialen Umwelt einen gemeinsamen Nenner für alle Hochbegabten auszumachen. Was aber alle intellektuell Hochbegabten verbindet, ist ihre besonders hoch ausgeprägte Intelligenz. Bei aller Vielfalt der theoretischen Vorstellungen über Hochbegabung steht also die Intelligenz im Mittelpunkt. Und Intelligenz ist notwendiger Bestandteil der Diagnostik von Hochbegabung auch dann, wenn weitere Kriterien in den Modellen genannt werden.
Die Diagnostik von Hochbegabung erfordert profunde testpsycho-logische Kenntnisse und eine sichere psycho-diagnostische Kompetenz zur Erfassung von Persönlichkeitsvariablen und intellektuellen Fähigkeiten.Deshalb gehört die Diagnose von Hochbegabung ausschließlich in die Verantwortung von Diplom-Psychologinnen und Diplom Psychologen und – sofern sie Fragestellungen betrifft, die in Zusammenhang mit Schule stehen – ausschließlich in den Zuständigkeitsbereich von Schulpsychologinnen und Schulpsychologen.