Schwimmen reguliert schwachen Muskeltonus

Schwimmen stärkt den ganzen Körper und trainiert den Muskeltonus bei schlappen Kindern

Ab wann kann mein Kind schwimmen lernen?

Grundsätzlich sind die dafür erforderlichen koordinativen Fähigkeiten etwa ab dem vierten bis fünften Lebensjahr vorhanden. Ein Indikator dafür kann sein, wenn das Kind schon ohne Stützräder Radfahren kann. Die erste Bewegungsart, die im Wasser funktionieren wird, ist das Kraulen, da dieses noch keine bewusste Atmung wie beim Brustschwimmen erfordert. Das Rückenschwimmen sollte nach erfolgreichem Brustschwimmen erlernt werden.
Im Kindergartenalter sollten Kinder daher nur mit Schwimmhilfen und unter erwachsener Beaufsichtigung ins maximal knietiefe Wasser gelassen werden. Den Spaß am Wasser kann man den Kleinen sehr gut mit diversen Wasserspielsachen vermitteln: Siebe, Kübelchen, Gießkannen, Wasserball, aufblasbare Schwimmtiere und Co. helfen schon früh, das Schwimmengehen zu einem positiv besetzten Erlebnis werden zu lassen.

Leider haben wir einen derzeitigen Fachkräftemangel bei Schwimmmeistern, so daß die Eltern gefragt sind und versuchen sollten, erste Schwimmübungen mit dem Kind zu trainieren.Wer selbst gut schwimmen kann und nicht ungeduldig ist, kann dem Kind das Schwimmen ohne Weiteres selbst beibringen.

Schwimmen reguliert die Körperspannung

Was ist eigentlich Körperspannung oder Muskeltonus?

Körperspannung lässt sich mit Muskelspannung übersetzen.
Für einen ausgeglichenen Bewegungsablauf sind Tonussteigerung und Tonussenkung gleichermaßen wichtig. Grob lässt sich sagen, dass schnelle und kräftige Bewegungen tonussteigernd wirken, wie z.B auf einem Airtramp hüpfen und eine Kissenschlacht veranstalten. Langsame, behutsame und bewusste Bewegungen (vom Kind ausgehend) hingegen wirken tonussenkend, wie Eurythmie.

Woran erkenne ich einen Hypotonus?Der Tonus ist zu niedrig = Hypotonie
Dies fällt oft auf durch:

  1. Überbeweglichkeit
  2. Plumpes Gangbild
  3. Kraftlosigkeit
  4. Grobmotorik (GM)
  5. Feinmotorik (FM)

70 % der hypotonen Kinder haben Schwierigkeiten mit der Regulierung des Gleichgewichts.
90% aller ADHS- Kinder sind hypoton.

Nähere Beschreibung der einzelnen oben aufgezählten Punkte:

  1. Überbeweglichkeit – Die Kinder drücken im Stehen die Knie, nach hinten durch.Ellbogen, Handgelenk und Finger sind auch gut überdehnbar. Knick-, Senk- oder Plattfüße sowie Haltungsschwächen in der Wirbelsäule sind oft zu beobachten. Auf dem Boden sitzen die Kinder gerne mit Rundrücken im Zwischenfersensitz (Najadensitz) um ihre Sitzstabilität zu erhöhen.
  2. Plumpes Gangbild – Das Rennen ist schwerfällig und langsam. Die Kinder können nicht leise und elastisch auftreten und nur schlecht und mühsam auf einem Bein hüpfen. Flüssige Bewegungsübergänge werden nur selten durchgeführt. Gehen sie in die Hocke, neigen sie dazu nach hinten zu fallen, anstatt in der Hocke verharren.
  3. Kraftlosigkeit – Alle Bewegungen, die Schwung und Kraft erfordern, sind fast unmöglich. Beispiele: Einen Ball kräftig werfen oder die Treppen hinaufrennen.Einen knäftigen Händedruck, Zähneputzen, Brotschmieren, malen…
  4. Grobmotorik (GM) – Kommen die Kinder aus dem Gleichgewicht, erfolgt eine nicht ausreichend angepasste Ausgleichsbewegung – die Stützreaktion fehlt, d.h. die Reaktion ist verzögert oder zu schwach. Z.B. rechtzeitiges Auffangen mit Händen während des Hinfallends. Die Körperkoordination, welche man z.B zum Schwimmen und dem Hampelmann braucht, ist recht scglecht und mühsam.
  5. Feinmotorik (FM) – Die richtige Stifthaltung (3-P.-Griff) ist schwer, da es beim Malen und Schreiben einen exakt angepassten Muskeltonus verlangt. Um genug Kraft aufzubauen, heben sie das Handgelenk von der Unterlage. Durch die verkrampfte Schreibstellung ist das schwungvolle malen oder schreiben nicht, oder nur schlecht, möglich.

Als Folge werden Kinder oft als faul oder antriebsarm erlebt, obwohl einfach nur die Anstrengungsbereitschaft herabgesetzt ist, weil sie bisher schlechte Erfahrungen gemacht haben. Die Kinger sind oft ängstlich und übervorsichtig und versuchen weitgehend Bewegung zu vermeiden.

Fazit:

Vermeidungsverhalten → Mangelnde Anstrengungsbereitschaft → Motorische und Allgemeine Entwicklungsverzögerung!

Woran erkenne ich einen Hypertonus?

Der Tonus ist zu hoch = Hypertonie
Die Kinder wirken verkrampft und in ihren Bewegungen unharmonisch.
Hypertonus zeigt sich in

  1. eingeschränkter Beweglichkeit
  2. GM (Schwierigkeiten sind bei allen schnellen und dynamischen Bewegungen wie Rennen, Hüpfen, Ballspielen,Fangenspielen zu sehen. Der Wechsel zwischen Anspannung/Entspannung ist wohl sehr schwer zu dosieren. Lockere Bewegungen sind sehr schwer auszuführen.)
  3. FM (Schreiben erfolgt nicht aus dem Hand- und Fingergelenk, sondern aus dem Schultergelenk. Schnelle Ermüdung und Unlust sind die Folge.)

 

Welche Sinnessystemebeeinflussenden Tonus beziehungsweise sorgen für eine angemessene Körperspannung?

Das „Wissen über unseren Körper“ erhalten wir über die Sinnesreize des

  • propriozeptiven-,
  • taktilen epikritischen-, und
  • vestibulären Systems.
Quelle“Was ist los mit meinem Kind? Bewegungsauffälligkeiten bei Kindern (Taschenbuch)“
von Sabine Pauli (Autor), Andrea Kisch (Autor)

 

 

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