„Nein“ heißt nicht „Ja, vielleicht“

 Grenzen setzen und Grenzen akzeptieren

Klein Kristin spielt selig mit ihrer Puppe, sie füttert sie, sie zieht sie an und wieder aus, sie spricht mit ihr, gibt ihr Streicheleinheiten, sie ist ganz vertieft in dieses schöne Rollenspiel. Plötzlich kommt Cindy aus der Bastelgruppe, nimmt ihr die Puppe aus dem Arm und fordert sie auf, nun mit ihr nach ihren Spielregeln zu spielen. Kristin läßt es sich gefallen.
Aus Angst vor Ablehnung oder Streit sagt sie lieber nichts und fügt sich den Wünschen von Cindy.
Kristin muß lernen, ihre eigenen Grenzen zu erkennen und zu zeigen, damit sie nicht ausgenutzt wird und Opfer solcher „Übergriffe“ bleibt.

Im täglichen Umgang mit Menschen, gerade in einer großen Stadt wie Berlin, kommt es immer wieder zu übergriffigen (Erzwingen von sozialer Interaktion) Situationen, die nervend sein können.
Jeder von uns  hat  eine  persönliche Distanzzone, diese umfasst etwa den Radius einer Armlänge. Näher lassen wir nur Menschen, die uns nahe stehen. Distanzlose Kinder oder Erwachsene missachten dieses persönliche Revier, indem sie uns zu nahe auf den Leib rücken, vielleicht mit indiskreten Fragen aber auch mit Gesten, Blicken oder eben Handlungen und säen damit Aggressionen oder Resignation.

Eine klare Kommunikation ist dann von Vorteil.
Mit einem rechtzeitigen „Nein“  oder „Stop“ wird dem Gegenüber eine Grenze gesetzt, die dieser oft zunächst nicht akzeptieren möchte. Es gehört Mut dazu, bei dem „Nein“ zu bleiben.
Es erfordert sensibles und intelligentes Verhalten. Man kann nie früh genug damit anfangen, dieses Verhalten zu lernen und zu trainieren.
Sobald Kinder  gelernt haben, ihre  Wünsche zu erkennen und diese deutlich zu formulieren, kann an der Umsetzung „gefeilt“ werden. Um andere nicht zu kränken oder zu sehr zu enttäuschen, darf ein „Nein“ abgemildert werden. Am Geschicktesten ist es, die jeweilige Absage so zu begründen, dass der andere sich nicht persönlich abgelehnt fühlt. Je sozial intelligenter und sensibler ein Kind ist, desto besser gelingt ihm dies.

Bei Tieren kann man sehr gut beobachten, wie z. B. ein Hund seinem Gegenüber körpersprachlich klar signalisiert, „Stop, ich möchte keinen Kontakt“.
Hunde haben auch eine Individualdistanz , welche von Fremden nicht einfach so unterschritten werden darf. Tun sie dies doch, kommt es zum Abwehrverhalten.
Dann wird geknurrt, gebellt, gedroht. Insbesondere wenn der andere Hund dabei aufdringlich ist und ein „Nein“ nicht akzeptiert.

 

 

 

 

 

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